Mittwoch, 21. März 2012

Der Attentäter von Toulouse

Noch ist der mutmaßliche Attentäter von Toulouse, der sieben Menschen ermordet hat, nicht gefasst. Er verschanzt sich - aller Wahrscheinlichkeit nach schwer bewaffnet - in seinem Haus.

Unter den Rechtsextremen und ihren zahlreichen Sympathisanten dürfte nun ein kollektives Aufatmen stattfinden. Endlich haben sie wieder Munition genug, um ihre Hasstiraden mit Rückhalt zu verbreiten. Sind sie es nicht gewesen, die uns die ganze Zeit vor der Gefahr islamistischen Terrors gewarnt haben?

Mir wird dabei schon anders. Klar ist, dass damit die Wahl von Sarkozzi gesichert ist. Er durfte sich schon die letzten Tage als besorgter Übervater präsentieren. Und nun bekommen seine ausländerfeindlichen Aussagen zuvor im Wahlkampf auch noch eine Extraportion Sahnehäubchen obenauf.


Viele Wahlkämpfe stehen an. Wie ich die Konservativen kenne, müsste schon ein Wunder geschehen, damit die dieses "Geschenk" nicht schamlos ausnutzen.
Das einzige, was mich dabei stutzig macht ist das Timing. Wieso ausgerechnet jetzt? Ist es wirklich eine Tat gesteuert durch Alkaida oder steckt etwas ganz anderes dahinter?

Toulouse wird Folgen haben. Die Gunst der Stunde schlägt europaweit den Rechten. Die Muslime, die friedlich sind, können mir nur Leid tun. Sie werden es wie damals, nach dem elften September, durch weitere Ressentiments ausbaden müssen.